seit 04-08/2024, Kunstverein Neuhausen
nächste Etappe 11-10/2026, Erdlabor zusammen mit Leander Weber, in One Earth, Kunstverein Neuhausen

Gießgemeinschaft für tuber uncinatum
zusammen mit Susanne Jakob & Freund*innen des Kunstvereins.
Im Außenbereich, dauerhaft: Installation eines Langzeit-Patches für tuber uncinatum, u. a. mit Kalk, Schafwolle, Terra Preta, Bambus, Seegras-Seil, Hasendraht; mit einjähriger Lebensgrundlage für Vitelotte Noir aus Schafwolle, Erde, Terra Preta

Diagrammatisches Onboarding zur Kompliz*innenschaft
im Ausstellungsraum: Fototapete
dauerhaft online: virtuelles Board

Little Helper zur Betrachtung von tuber uncinatum
im Ausstellungsraum: Burgundertrüffel (gefunden von Sabine Fessler, Stuttgart), Helfende Hand, Spieß, Erdraumgestaltung (Kalk, Terra Preta, Sand, Super Soil, Schafwolle), Gips, Erde, Hainbuche, Nadelholz, Kokosmatte


Im Rahmen von BLOB! Parasiten, Symbionten und andere nichtmenschliche Akteure hat die Künstlerin Linda Weiß im Umfeld des Kunstvereins Neuhausen einen Modellversuch mit Burgundertrüffeln gestartet, der auf einen längeren Zeitraum angelegt ist. Statt mit herkömmlichen künstlerischen Materialen arbeitet Linda Weiß mit biologischem und botanischem Material: Elf Wirtspflanzen, Hainbuche und Haselnuss, die mit Trüffelsporen geimpft wurden, bilden die Basisgemeinschaft des Projekts tuber uncinatum. …

In einem fast neun Quadratmeter großen Schaubild gibt die Künstlerin in der Ausstellung Einblick in die Welt des Burgundertrüffels mit wissenschaftlichen Beschreibungen, Fotos, Diagrammen, Pflege- und Handlungsanweisungen, Verflechtungen und Netzwerken, die durch das Projekt initiiert oder notwendig wurden. Diese reichen von Recherchen und Beratungen zum Anbau des Burgundertrüffels, den Besuch einer Trüffelplantage, Bodenanalysen zum pH-Wert des Standortes, über die Beratung durch das Wirtschaftsnetzwerk MYZELIUM bis hin zur Gründung einer Gießgemeinschaft. Die Pflegegemeinschaft basiert auf dem Prinzip des Commoning, also dem gemeinsamen und selbstorganisierten Pflegen, Gießen und Genießen von tuber uncinatum.

Text: Susanne Jakob, Kunstverein Neuhausen, 2024
Bildmaterialien des tuber uncinatum-Archiv: Linda Weiß

tuber uncinatum

Gießgemeinschaft für tuber uncinatum, seit 2024

MIT DANK AN ALLE KOMPLIZ*INNEN: 
Elena Asyova, Stuttgart; Thomas Becker, Stuttgart; Michael Bolender, Büro für Landschaftsarchitektur, Stuttgart/Isny; Juliette Descharmes & Thomas Schäfer, Chèr Pierre Trüffel, Pforzheim; Sabine Fessler, Stuttgart; Susanne Jakob, Kunstverein Neuhausen; Sebastian Kern; Jochen Wagner, Johannes Messmer; Stuttgart; Timo Wans, MYZELIUM, Neuhausen/Fildern; Tim Weinert, nowwork, Leander Weber, Andreas Wolf. Last but least Blockadia*Tiefsee

Little helper zur Betrachtung von tuber uncinatum, 2024

Workshops &
Vorträge

Im Rahmen des Langzeitprojektes finden fortlaufend Zusammenkünfte statt. Entlang der Wetterlagen (nächste Wetterdienst-Station hier) lädt das Trüffelnetzwerk zum Erkunden menschlicher und mehr-als-menschlicher Beziehungen ein. Forschung, Politik, Ökonomie, Rechtsprechung, Freizeit und Genuss bilden anthropozentrische Abdrücke im Reich der Trüffel.

Informationen zu Veranstaltungen werden auf der Website des Kunstvereins Neuhausen bekannt gegeben.

Trüffelfährten:

2026

10-11 Erweiterung des Trüffelfelds mit Erdlabor – Raum für Bodenaustausch, zusammen mit Pflanzentechnologe Leander Weber, in der Ausstellung ONE EARTH im Kunstverein

13.05 Bodenbeprobung mit dem ECHO Soil Kit(mehr unter Blog-Einträge); in Kollabroation mit Leander Weber, Pflanzentechnologe

2025
16.03
Das Feld bestellen: mit Trüffelkartoffeln in den Sommer.

2024
04.07
Vortrag von Timo Wans (Myzelium), moderiert von Tim Weinert (nowwork)

20.07 Trüffelkartoffelernte mit gemeinsamen Essen: Abschluss des ersten Trüffeljahres. Eingeladen sind alle Mitwirkenden.

The result is that there are particular ways of storytelling about humans, and then there are wholly different ways of storytelling about plants and animals, or rocks and climate, and we don’t know how to mix these up very well. They have different genres, different expectations, and so most of the time we tell stories about humans as if we humans lived in a vacuum. And, in the same way, when we tell stories about plants and animals, or rocks and climate, it’s as if they lived without humans. So somehow, the challenge of the Anthropocene is to figure out how to bring these ways of understanding the world together. 

Interview Anna Tsing on link.springer.com